• Eine Sauna, mehrere „Klimazonen“

    Spricht man beim Saunieren ganz allgemein von der optimalen Temperatur, so ist dies deutlich zu unbestimmt. Zwischen der Decke und dem Boden herrscht nämlich ein erstaunlich großes Hitzegefälle. Auch die nicht minder bedeutsame Luftfeuchtigkeit schwankt je nach genauem Aufenthaltsort erheblich.

    Grundsätzlich beschreibt der Begriff „Saunaklima“ die künstlich geschaffenen Luft-, Wärme- und Feuchtigkeitsverhältnisse in einer Saunakabine. Die wichtigsten Parameter – Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit – werden im Folgenden detaillierter betrachtet. Als Beispiel soll der gängigste Typ, die Finnische Sauna, dienen.

    Temperaturgefälle riesig – aber warum?

    Während an der Decke einer Finnischen Sauna in der Regel etwa 100 Grad Celsius erreicht werden, beträgt die Temperatur am Fußboden lediglich 40 Grad. Auf Höhe der obersten Bank (drei Stufen vorausgesetzt) liegt der Wert um 70 Grad. Diese extreme Differenz begründet sich darin, dass die von außen zugeführte Luft sich im Saunaofen erwärmt, ausdehnt und leichter wird. Dadurch steigt sie letztlich in Richtung Decke auf. Aufgrund der hohen Temperatur kühlt sich die Luft an der schwitzenden Haut der Saunagäste ab, sinkt wieder nach unten und wird dort durch die Entlüftung aus der Kabine geleitet.

    So heiß sollte es sein

    Die optimale Badetemperatur hängt stark von der jeweiligen individuellen Verträglichkeit ab. Als Richtwert geben Experten eine Spanne von 80 bis 100 Grad Celsius an; darunter bleiben die gesundheitsfördernden Effekte teilweise aus. Besonders heiß saunieren die Finnen: 120 Grad sind dort keine Seltenheit. Drei Faustregeln vereinfachen die Praxis: Zum einen ist kürzeres Schwitzen bei höherer Temperatur effektiver als der umgekehrte Weg. Darüber hinaus wählen Frauen im Durchschnitt eine um fünf Grad niedrigere Temperatur als Männer. Und nicht zuletzt gilt: Perfekt ist es so, wie Sie sich wohl fühlen.

    Oben ist es trockener

    Bei der Luftfeuchtigkeit hingegen ist zwischen der absoluten und der relativen Feuchte zu unterscheiden. Erstere sollte im Saunaraum zwischen 10 bis 30 Gramm pro Kubikmeter ausmachen. Je heißer die Luft ist, umso mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen. Anteilig an der maximal von der Luft aufzunehmenden Feuchte (Definition der relativen Feuchte) bedeutet das an der Decke einen Wert von etwa zwei bis fünf Prozent, auf Höhe der oberen Sitzbank von fünf bis 15 Prozent und schließlich von 20 bis 60 Prozent am Boden.

    „Goldene Mitte“ am besten

    Folgendes Dilemma ergibt sich beim Thema Luftfeuchtigkeit in der Sauna: Ist es zu trocken, können Reizungen der Schleimhäute auftreten. Eine zu hohe Feuchte verhindert allerdings eine ausreichende Verdunstung des Schweißes. Der Saunagänger empfindet die Hitze dann als unangenehm. Angeraten ist dementsprechend ein Wert im mittleren Bereich.

    Zum Schluss sei erwähnt, dass der Sauerstoffgehalt der Luft in der Sauna geringer ist als normal. Auf die Atmung wirkt sich dieser Umstand bei ruhigem Verhalten zwar nur geringfügig aus, dennoch ist es sinnvoll gleich nach dem Schwitzen nach draußen zu gehen und Frischluft zu schnappen.

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