• Der Birkenaufguss: Traditionell russisch schwitzen

    Der ursprünglich aus Russland stammende Birken- oder Wenikaufguss wird seit Jahren auch in der finnischen Sauna praktiziert. Neben gesundheitlichen Aspekten spricht ein einzigartiges Erlebnis für das Schwitzen nach alter Tradition. Der Ablauf weicht von der Gewohnheit ab.

    Geschichte und Herstellung

    Wenik ist der russische Name für die Birke beziehungsweise die zu Bündeln gefassten Birkenzweige – von jeher wichtiger Bestandteil der Banja-Kultur (russisch für Sauna oder Badehaus). Mittlerweile haben Liebhaber den Aufguss auch hierzulande entdeckt und verwenden ihn als Birkensud vor allem in der finnischen Sauna. Getrocknete Birkenzweige müssen zu diesem Zweck bis zu eineinhalb Tage in Wasser eingeweicht werden, bis sie gehaltvolle Inhaltsstoffe ausscheiden und so der Sud für den Aufguss entsteht.

    Birkenzweige auf den Saunaofen schlagen

    Insgesamt beinhaltet das klassische Prozedere zwei Saunagänge. Statt dem üblichen aufgießen mit einer Kelle taucht man Birkenzweige erstmals etwa in der Mitte des ersten Ganges – empfohlene Gesamtdauer rund 15 Minuten – in die gewonnene Flüssigkeit und schlägt sie danach auf den Saunaofen. Diese Vorgehensweise sorgt für eine bessere Verteilung der ätherischen Öle in der Kabine und somit eine intensivere Wirkung. Zur weiteren Verstärkung bietet sich das Wedeln der aromatisierten Luft mit den Bündeln an. Die Luftfeuchtigkeit schnellt dabei in die Höhe, ein Ersatzhandtuch für den Tagesverlauf macht daher Sinn. Nach einer Erholungspause folgt ein erneutes, ähnlich langes Schwitzen nach dem beschriebenen Prinzip, bevor es zur abschließenden Abkühlung übergeht.

    Vollendeter Hochgenuss

    In Russland kommt es vor, dass eingeweichte Wenikzweige auf den Rücken der Schwitzenden geschlagen werden, um einen maximalen Genuss sowie eine noch angeregtere Durchblutung zu erreichen. Zunächst schlägt man dabei die Zweige vorsichtig auf die Körperrückseite, um sie im zweiten Schritt in einer Art Massage über den gesamten Körper zu rollen. Sowohl während als auch nach dem Saunieren ist dieses Ritual durchführbar. Ein Abduschen mit dem Birkensud erzeugt darüber hinaus eine Beschleunigung des Haarwuchses und eine zusätzliche Hautreinigung.

    Körper und Sinne profitieren

    Die Effekte des Wenikaufgusses sind außergewöhnlich: Neben einem unvergleichlich natürlichen Aroma wirkt die Pflanze entzündungshemmend und lindert Hautreizungen spürbar. Kreislauf und Durchblutung werden durch etliche Reizstoffe erheblich begünstigt. Nicht zu vernachlässigen ist zudem die einsetzende psychische Entspannung durch ätherische Öle bei dem würzigen Aufguss. Der größten Beliebtheit erfreut er sich aufgrund seiner entschlackenden Komponente übrigens im Frühjahr. Kurz und knapp: Pure Natürlichkeit, unverwechselbares Aroma und die extreme Steigerung des physischen und psychischen Wohlergehens machen den Birkenaufguss zu einem früher wie heute populären Fest der Sinne.

    Eigenen Sud produzieren

    Schließlich folgende Hinweise zum Selbermachen: Sammeln Sie zwischen Frühling – dies ist die optimale Zeit dafür – und Spätsommer im hiesigen Wald Birkenzweige. Schneiden Sie 10 Stück einer Länge von 15 bis 20 Zentimetern ab und binden sie zu einem Bündel zusammen. Hängen Sie die Bündel zum Trocknen nach draußen und weichen sie einen Tag vor dem geplanten Saunagang in einem Eimer mit heißem Wasser ein. Fertig ist ihr eigener Birkensud!

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